
Wer einmal die Schweiz bereiste, hatte vielleicht das Glück auf einer Speisekarte ein Gericht zu entdecken, das „Riz Kasimir heißt“. Jenseits der Grenzen in allen Himmelsrichtungen, an die die Schweiz stößt, dürfte dieses Gericht unbekannt sei. Es gehört zu den Mahlzeiten, die sich auch dem Fremden selten erschließen. Da gibt es noch die „Älplermagronen“, die heute als traditionelles Schweizer Sennengericht angesehen werden. Ein Mischessen aus Teigwaren, Kartoffeln, Rahm, Käse und Zwiebeln. Auch sie sind für Fremde gewöhnungsbedürftig. Um nicht auszuufern noch ein Beispiel. Da wäre „Gehacktes mit Hörnli“ (Hackfleisch, Hörnli-Nudeln, Apfelmus, Parmesankäse). Selbiges wird in Zürich unter dem schönen Namen „Zürcher Chatzgeschrei“ angeboten, und ist in diesem Blog zu finden.
Aber nun zum „Riz Kasimir“. Das Gericht soll es das erste Mal 1952 auf der Karte eines Mövenpick-Restaurants gegeben haben. Für die Unkundigen: Die Möwenpick-Kette wurde 1948 in Zürich gegründet und wie es in einem Selbverständnis heißt: „Eine Art moderne Essbar für eilige Stadtmenschen mit gutem Essen in ungezwungener Atmosphäre und ohne lange Wartezeiten.“ In den folgenden Jahren wuchs das Restaurantnetz in der Schweiz und dehnte sich nach Deutschland und international aus. Ich habe dort einige Male im Swisshouse in London gegessen. Mein Lieblingsgericht hatte auch so einen illustren Namen: „Bärentatze“. Es war ein Rinderhacksteak mit Käse überbacken.
An das berühmte Riz Kasimir wagte ich erst einige Jahre später in Basel heran. Der Erfinder des Gerichts Ueli Prager traf mit diesem Gericht wohl den Geschmack der Zeit. Es erinnert sehr entfernt an die indische Küche (jedenfalls, was Engländer für indisch halten) und es hat eine Besonderheit. Auch wenn die oder der ambitionierte Ko(e)ch(in) natürlich immer mit frischen Zutaten kocht: hier müssen Dosenfrüchte hinein. Weitere Zutaten sind Kalb- oder Hähnchenfleisch, eine leichte Currysauce und Reis.
Zutaten:
400 g Hähnchenfleisch oder von der Pute, 2 kleine Zwiebeln, 4 EL Öl zum Anbraten, 2 TL Mehl, 2 TL mildes Curry, 200 ml Hühnerbrühe, 240 ml Rahm, 1 Dose gemischte Früchte, eine Banane, 80 g Butter, Salz
für die Deko und zusätzlichen Crunch
120 g Mandelblättchen 120 g Kokosflocken, 4 TLZucker
300 g Basmatireis, Salz
Zubereitung:
Den Reis koche ich in einem Reiskocher, der 25 Minuten braucht.
Fleisch in Öl in einer unbeschichteten Pfanne stark und kurz anbraten. Das Fleisch sollte leicht bräunen, aus der Pfanne nehmen und warm halten.
Zwiebeln leicht anbraten, nicht braun werden lassen.
Mit etwas Mehl bestäuben und mit der Hühnerbrühe ablöschen. (In einer beschichteten Pfanne bildet sich kein Bratensatz.) Rund 5 Minuten köcheln lassen.
Während die Hühnerbrühe köchelt, die Banane in einer beschichteten Pfanne in Butter anbräunen.
Die Mandelblättchen ohne Fett bräunen. Ebenso die Kokosflocken ohne Fett rösten.´Die Sahne schlagen, damit sie fest wird.
Die Zwiebeln mit Rahm ablöschen, das Currypulver zugeben und diese Mischung bei hoher Hitze für einige Minuten einkochen. Dann das Fleisch zum Nachgaren zugeben und zum Schluß die gemischten Früchte einrühren.
Für das Anrichten kann man den gekochten Reis in eine Form geben und stürzen. Anschliessend gibt man das Fleisch und die Sauce dazu. Obenauf kommt ein EL geschlagene Sahne und die gebratene Banane. Mit viel Mandelblättchen und Kokosflocken besteuen.





